Transparenz wie sie Mandanten schätzen - das Pauschalhonorar:

 

Nach meinerBeobachtung geraten Mandanten mit ihren Rechtsanwälten recht selten wegen der Qualität anwaltlicher Dienstleistung in Streit, oft allerdings wegen des Honorars. Aus meiner eigenen Erfahrung und Einschätzung häufig zu Unrecht, da mag im Einzelfall vielleicht ein Problem bei der Kommunikation entstanden sein, aber der Anwalt hat nicht immer etwas falsch gemacht.

 

Daneben gibt es die die jedem Kollegen bekannten "Schlaumeier", die einem gerade in Strafsachen zunächst heulend das Mandat antragen und tränenreich um Hilfe bitten, um später nach Erledigung der Strafsache darüber nachzudenken, ob sie nicht - mit welcher absurden Begründung auch immer - einige Euro zurückfordern können.

 

Diese Kandidaten sind schuld daran, dass viele meiner Kollegen jeden neuen Mandanten inzwischen als künftigen Feind ansehen und zu ihm von vornherein auf inneren Abstand gehen. Das tut dem Mandat nicht gut, kann daher nicht richtig sein und beeinträchtigt die Wahrnehmung von Mandanteninteressen, der jeder Anwalt verpflichtet ist.

 

Also: Denken wir gemeinsam darüber nach, wie bei der Honorierung des Strafverteidigers eine Transparenz geschaffen werden kann, die Streitfälle um das Honorar vermeiden hilft. Die unlauteren Kandidaten wird man damit zwar auch nicht los, aber die ehrlichen und korrekten Mandanten wüssten, woran sie sind, und sie hätten keinen Grund zur Unzufriedenheit.

 

Pauschalhonorar lässt sich umfassend leider nur für das polizeiliche oder staatsanwaltliche Ermittlungsverfahren vereinbaren. Sollte es trotz aller Bemühungen zu einer Anklage kommen, also zu einem anschließenden Strafprozess, ist es nur in den seltensten Fällen möglich, auch die gesamte gerichtliche Tätigkeit des Anwalts im vornherein durch die Vereinbarung einer pauschalen Vergütung zu regeln.

 

Dann biete ich meinen Mandanten jedenfalls die Option, ein festes Honorar pro Termin zu vereinbaren, wie lange er auch dauern mag. Was kann ein Angeklagter dafür, wenn das Gericht seinen Fall nicht von 10.00 Uhr bis 15.00 Uhr verhandelt, sondern ausnahmsweise bis 18.00 Uhr tagt?