Anwaltssuche

Wer freigesprochen werden möchte (der Titel dieser web-site) darf sich bei aller behaupteten Unschuld nicht allzu viele Fehler leisten. Im Grunde gar keine.

 

Zu groß sind die Gefahren der Aussage eines Belastungszeugen, einer Befragung durch Polizeibeamte, Staatsanwälte oder Richter, zu unübersehbar sind für Laien die tatsächlichen und rechtlichen Gegebenheiten, unter denen er verurteilt werden kann.

 

Da muss wenigstens der "richtige" Strafverteidiger antreten und nicht irgend ein Laienschauspieler, der gar nicht so recht weiß was er tut. - Vielleicht hilft Ihnen mein Ratgeber zur Anwaltssuche weiter!


Hier einige Ratschläge, wie Sie einen (hoffentlich) guten Verteidiger finden, der Sie in einem Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft bzw. in einem Strafverfahren vor Gericht kompetent als Anwalt verteidigt.

 

Zunächst: Wie man "schwarze Schafe" erkennt:

 

Wie in jedem Berufsstand gibt es natürlich auch unter Rechtsanwälten das eine oder andere "schwarze Schaf". Meist merkt man es erst im nachhinein, an eine glücklicherweise selten vertretene derartige Kanzlei geraten zu sein. Es gibt Warnhinweise:

 

Wenn Sie eine Kanzlei über Tage telefonisch nicht erreichen können oder zwar auf einen Anrufbeantworter treffen, Ihr erbetener Rückruf aber längere Zeit ausbleibt, sollte man vorsichtig sein. - Wenn die Kanzlei ungepflegt wirkt, das Personal unfreundlich ist und sich der Anwalt keine Zeit für eine gründliche Besprechung Ihrer Sache nimmt, sollte man sich nicht wundern, wenn der ihm dennoch übertragene Fall interesselos und bearbeitet wird; also auch dann Vorsicht!

 

Das sind natürlich krasse Fälle. Sie kämen wahrscheinlich ohnehin nicht auf die Idee, einen Anwalt zu beauftragen, dessen Büro Sie nicht erreichen können und der klar erkennen läßt, sich für Ihren Fall gar nicht einsetzen zu wollen.

Wie man die Auswalt trifft:

 

Also bleibt die Frage, wie Sie unter der überwältigenden Mehrheit all der Anwälte, die ein geordnetes Büro führen und zu Ihnen freundlich sind, den guten - möglichst den für Ihren Fall besten - finden.

 

Vorab ist zu sagen, dass es den "besten" Anwalt schlechthin wohl gar nicht gibt. Es gibt allerdings gute oder sogar sehr gute für speziell Sie bzw. für Ihren jeweiligen Fall. Rechtsanwälte haben dieselbe Berufsausbildung wie andere sog. Volljuristen, also etwa Richter. Während sich Richter aber im Laufe Ihrer beruflichen Tätigkeit spezialisieren, also etwa jahrelang nur Strafsachen bearbeiten, verwaltungsrechtliche Fälle lösen oder bei einem Sozialgericht über Rentenfragen entscheiden, glauben einige Anwälte, sie könnten oder sollten Fälle aus jedem Rechtsgebiet annehmen, ganz gleich, wie kompliziert diese sind und welches Spezialwissen dazugehört. Das kann - jedenfallls aus meiner Sicht - nur selten gutgehen.

Nun mag es - was ich selbst allerdings zunehmend bezweifle - Fälle geben, die nahezu jeder Anwalt ohne besondere Spezialisierung vernünftig bearbeiten kann, weil die betreffende Materie quasi zum juristischen Allgemeingewissen gehört.

 

So höre ich immer wieder auch von Kollegen, die mich als Strafverteidiger empfehlen, sie würden sich kleinere Strafsachen natürlich selbst zutrauen, da könne man ja nicht viel falsch machen.

Aber auch bei diesen Fällen, die jeder Rechtsanwalt aufgrund seiner juristischen Vorbildung eigentlich beherrschen sollte, werden Sie gelegentlich feststellen, daß der eine oder andere verantwortungsbewusste Anwalt Sie lieber zu einem spezialisierten Kollegen schickt als sich selbst daran zu versuchen.

 

So sollte es aus meiner Sicht auch in Strafrechtsfällen stets gehandhabt werden. Ich selbst traue mir ja auch weder Scheidungen noch etwa Bauprozesse zu. Wenn es also für Sie um etwas geht, sollten Sie sich nach einem Spezialisten umsehen. Tipps dazu, wie man ihn (oder sie) findet:

 

Wie findet man einen Spezialisten?

 

Anruf bei der örtlichen Anwaltskammer (siehe Telefonbuch). Hier wird man Ihnen gern mit einer Liste der in dem betreffenden Rechtsgebiet häufig tätigen und spezialisierten Rechtsanwälte/Innen behilflich sein können. Eine Internet-Suche in den Datenbanken spezialisierter Rechtsanwälte kann Ihnen ebenfalls zu geeigneten Adressen verhelfen.

 

Befragung von Freunden oder Bekannten (welcher Anwalt hat Dich seinerzeit eigentlich vertreten?) nach Ihren Erfahrungen. Vorsicht: Wenn Ihr Freund mit dem Anwalt zufrieden war, heißt es noch lange nicht, dass Sie es auch sein werden.

 

Nun haben Sie also eine oder mehrere Adressen möglicherweise für Sie geeigneter Kanzleien. Doch wie trifft man die Auswahl?

Die Kontaktaufnahme mit Rechtsanwälten:

 

Vereinbaren Sie einen Termin zu einem Informationsgespräch. Kein vernünftiger Anwalt wird Ihnen übelnehmen, wenn Sie von vornherein sagen, dass das Gespräch zunächst nur der Klärung dienen soll, welchem Rechtsanwalt Sie Ihr Mandat übertragen möchten. Machen Sie sich einen Eindruck von dem Rechtsanwalt, seinen Mitarbeitern und der Kanzlei (wie werden Sie begrüßt, wie lange müssen Sie über die vereinbarte Terminzeit hinaus warten, wirkt der Anwalt kompetent, interessiert er sich für Ihre Sache?).

 

Fragen Sie nach den Ihnen voraussichtlich entstehenden Kosten. Der eine oder andere Strafverteidiger wird Ihnen anbieten, zunächst ein kurzes Informationsgespräch zu führen, das unentgeltlich ist und nur der Klärung dient, um was es geht und ob er zur Übernahme Ihrer Sache bereit ist. Andere Anwälte - das allein sagt gar nichts über die Qualität und Kompetenz - werden Ihnen sagen, mit welchen Kosten Sie für diese erste Beratung rechnen müssen. Wird dies Ihnen gegenüber nicht zur Sprache gebracht, fragen Sie doch einfach, was ein etwa einstündiges Informationsgespräch kostet; dies erspart späteren Ärger.

 

Glauben Sie nicht, daß Großkanzleien generell teurer sind als Einzelanwälte, oder daß ein Rechtsanwalt mit einer Nobelanschrift Ihnen zwangsläufig mehr Geld abnehmen wird als eine entlegene Vorstadtkanzlei.

 

Die Honorare bestimmen sich in einigen Fällen ohnehin nach einer festen Gebührenordnung (früher BRAGO, inzwischen RVG). - In einer Strafsache werden Sie allerdings nur selten einen guten und erfahrenen Verteidiger finden, der für die sogenannte gesetzliche Gebühr tätig sein wird. Das liegt einfach daran, dass die gesetzliche Gebühr allenfalls bei sehr einfach gelagerten Sachen angemessen ist und der Gesetzgeber dem Verteidiger gerade deshalb erlaubt, ein höheres Honorar mit dem Mandanten zu vereinbaren.

 

Glauben Sie nicht an Vorurteile. - Nicht jeder jüngere Anwalt ist schlecht, nur weil es ihm an Berufserfahrung mangelt; er wird dies häufig durch besondere Einsatzfreude und Fleiß wettzumachen versuchen. - Es ist aber auch nicht jeder jüngere Anwalt automatisch gut, nur weil er einsatzfreudig ist; in zumindest komplizierten und für Sie wichtigen Fällen ist langjährige Berufserfahrung eine wertvolle Hilfe. - Ebenso verhält es sich mit Großkanzleien. Es mag im Einzelfall sein, dass der Mandant das Gefühl hat, mit seinem vielleicht kleineren Fall unterzugehen und unwichtig zu sein. Es kann gelegentlich aber auch hilfreich sein, dass in einer Anwaltssozietät nun einmal mehrere Kollegen mit unterschiedlichem Spezialwissen zu Rate gezogen werden können.

 

Natürlich hat gute Arbeit ihren Preis, das ist auch bei Strafverteidigern nicht anders. Aber auch dazu finden Sie in meiner web-site Informationen.